Bericht zur BEA-Sitzung zum Thema Gesunde Luft an Schulen vom 13.09.2017

Innenraumlufthygiene, Lüftung, Reinigung, Kohlendioxid und Feinstaub: Was ist wichtig für die Gesundheit und Gesunderhaltung von Schüler_innen und Lehrkräften? Diese Fragen beantwortete Thomas Lahrz, stellv. Leiter des Bereiches Umweltbezogener Gesundheitsschutz beim Landeslabor Berlin-Brandenburg in unserer BEA-Sitzung vom 13.09.2017

Die wichtigsten Punkte auf die Fenster bezogen zuerst:

  1. vollständiges Öffnen zum Stoßlüften muss möglich sein, Ankippen langt nicht zum wirklichen Luftaustausch
  2. sind im Brandfall die vorgesehenen Fluchtwege nicht begehbar, müssen ganz zu öffnende Fenster für die Rettung zur Verfügung stehen
  3. keine Verbote zum vollständigen Öffnen der Fenster bekannt – auch nicht durch die Unfallkasse Berlin
  4. Überprüfung der Fenster in Schulen dringend notwendig
  5. es muss ein Lüftungskonzept erarbeitet und auch angewendet werden

Grundsätzlich wird für die Raumqualität von Schulen und Kitas in Deutschland schon sehr viel getan, es gibt viele Untersuchungen in den jeweiligen Bundesländern.

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Unzureichende Innenraumluftqualität in Unterrichtsräumen stellt nicht nur für die Schülerinnen und Schüler, sondern auch für das pädagogische Personal ein Risiko dar. Es sinkt die geistige Leistung aller im Raum, insbesondere je mehr Zeit man in solchen Räumen verbringen muss. Darüber hinaus ist mit einer erhöhten Abwesenheitsrate zu rechnen.

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Hier hilft nur lüften und das richtig:

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Die jetzt neu errichteten MobilenErgänzungsBauten (MEB) haben schon nach 10 Minuten Unterricht eine Kohlendioxidkonzentration von 1000 ppm erreicht, hier wird weiter untersucht.

Insbesondere bei Neubauten und nach energetischen Sanierungen ist es grundsätzlich nicht möglich nur durch Lüften über Fenster - besonders im Winter - eine gesundheitlich zuträgliche Atemluft einzuhalten. Die deshalb zusätzlich einzubauenden Lüftungsanlagen müssen von Fachleuten in Betrieb genommen und auch nach der Fertigstellung betreut werden. In der Betriebsphase sind technische Anlagen regelmäßig zu überprüfen und zu reinigen, um ihre ordnungsgemäße Funktionsfähigkeit zu gewährleisten. Dazu gehört auch der Nachweis auf die Einhaltung des CO2-Leitwertes von 1000 ppm unter realen Nutzungsbedingungen.
Das Landeslabor kann im Auftrag des Gesundheitsamtes bei Problemen mit der Innenraumluftqualität hinzugezogen werden und bei Bedarf auch Untersuchungen durchführen. Siehe dazu http://www.berlin.de/ba-marzahn-hellersdorf/politik-und-verwaltung/aemter/gesundheitsamt/dienstleistungen/service.34685.php/dienstleistung/324397/

Herr Lahrz betont: Schule braucht „guten Unterricht unter gesunden Bedingungen“.