Bericht zur BEA-Sitzung zu den Themen Unterstützung für Schüler*innen in „schwieriger Lage“ auch während Corona“ und der angekündigten „Testpflicht zum Corona-Virus ab dem 19.04.2021“ vom 12.04.2021

In einer weiteren Onlinesitzung des BEA Marzahn-Hellersdorf am 12.04.2021 beschäftigten wir uns mit den Themen „Unterstützung für Schüler*innen in „schwieriger Lage“ auch während Corona“ und der angekündigten „Testpflicht zum Corona-Virus ab dem 19.04.2021“.

Zum Thema „Unterstützung für Schüler*innen in „schwieriger Lage“ auch während Corona“ referierte Schwester Margareta Kühn vom Don-Bosco-Zentrum Marzahn, welches sich in der Otto-Rosenberg-Str. 1 befindet.

Das Zentrum hat 200 Plätze für Jugendliche von denen 80% keinen Schulabschluss haben. Sie haben mit Schule aus verschiedenen Gründen abgeschlossen und sind aus der 10-jährigen Schulpflicht. Die anderen 20% sind aufgrund einer SGB II Maßnahme vom Jobcenter dort. Es wird ihnen hier der nachträgliche Schulabschluss oder der Einstieg ins Berufsleben ermöglicht. Im Don-Bosco-Zentrum kann individuell auf die Probleme eines jeden eingegangen werden. So stehen zum Beispiel am Abend den Jugendlichen noch Pädagog*innen zur Seite. Es gibt kleine Inseln für die, die es benötigen.

Auch für junge Mütter und Väter gibt es die Möglichkeit den BBR oder eBBR zu erreichen. Dies ist aber oft wegen der besonderen Umstände von Kinderbetreuung, etc. nicht so einfach am Tage möglich. Ganz neu in Planung ist daher eine Kita im Hause, zusätzlich soll aber auch die Unterstützung bei der Kindererziehung nicht auf der Strecke bleiben, so gibt es nach dem Schulunterricht noch eine Extra-Stunde, in der den jungen Eltern auch vermittelt wird, was die Kinder am Tag gespielt und gesungen haben. So schwindet bei den jungen Eltern das eventuelle Gefühl der Vernachlässigung nur fürs Lernen.

Das Angebot des Don-Bosco-Zentrums richtet sich an junge Menschen ab 14 Jahre, die mit ihren Lebensgeschichten nicht mehr ins normale Schulsystem passen und in den Schulen teilweise nur als Karteileichen geführt werden. Das Lernen findet im Zentrum in einer kleinen Klasse mit 18 Schüler*innen statt. Es liegt alles unter einem Dach, was die jungen Menschen brauchen, damit sie nicht „im Nebel verschwinden“. Wenn vormittags Mathe nicht mehr in den Kopf passt, wird der Unterricht auch mal auf den Nachmittag gelegt. Wenn Deutsch im Unterricht aktuell nicht funktioniert, kann problemlos in eine Werkstatt gewechselt und die Deutschstunde verschoben werden.

Dabei ist das Motto des Don-Bosco-Zentrums, dass der Schulabschluss für Jedermann erreichbar ist. Je mehr Lebenswelten sich in der Schule bzw. in einem Haus zusammenfinden, um so einfacher das Zusammenfügen unterschiedlicher Sequenzen des Lebens, die so sonst nicht gepasst hätten. Es wird das Lernen im eigenen Tempo ermöglicht bis der Knoten, der im Kopf einen Schulbesuch/-abschluss verhinderte, platzt. Alle Abgänger haben entweder direkt angefangen zu arbeiten oder eine Ausbildung gut vorbereitet begonnen. Zitat Schwester Margareta: „Ein zurück aufs Sofa oder in eine Warteschleife hat es nie gegeben!“.

Außerdem bietet das Don-Bosco-Zentrum auch Notunterkünfte für Jugendliche in 15 Wohneinheiten jederzeit als kurzfristige Wohnlösung, nicht aber als dauerhaft betreutes Wohnen. Anschließend sollte es wie gewohnt den Bericht der Außenstelle der Senatsverwaltung, der hiesigen Schulaufsicht, von Frau Braun geben. Dieser wich auf Vorschlag mit der angekündigten Testpflicht der Schüler*innen ab den 19.04.2021. Frau Braun beantwortete die Fragen der Eltern so gut wie möglich.

Die angekündigte Testpflicht wird als Selbsttest der Schüler*innen unter Anleitung in der Schule durchgeführt. Das Verfahren hierzu wurde noch nicht festgelegt. Frau Braun versichert, dass die Sicherheit aller Beteiligten bei den Testungen an erster Stelle steht.

Im Groben lässt sich feststellen, dass die Bedenken der Eltern dieselben Bedenken, wie die der Schulen sind. Die Schulleitungen meldeten ihre Bedenken an, die von der Schulaufsicht unseres Bezirkes und auch von allen anderen Bezirken gesammelt an die Senatsverwaltung weitergeleitet wurden. Eine Antwort hierzu, die u. a. eine rechtliche Klärung zum Haftungsausschluss, Datenschutz enthält und hoffentlich als eine Art Leitfaden dargestellt wird, lag zum Zeitpunkt der Sitzung noch nicht vor.

Ganz wichtig ist jedoch, dass ein Negativtest in der Schule die Schüler*innen nicht von der Maskenpflicht oder die Schule nicht von den Hygieneregeln befreit. Das Ergebnis darf nicht zum lockeren Umgang damit führen. Die Testzeit geht leider von der Lernzeit ab☹. An den Schulen gibt es zwei Tests ausschließlich als Nasentests, das sind Tests der Firmen Roche und Siemens. Beide sind in der Anwendung ähnlich. Spucktests sind nicht vorgesehen. Anlaufstelle für die Fragen der Eltern zu den Test ist in erster Linie die Schulleitung.

Trotz des heiß umkämpften Themas der Testpflicht, sprach Frau Braun noch kurz Folgendes an:

  • Es liegt keine FFP2-Maskenpflicht für die Schulen vor. Der medizinische Mundschutz ist ausreichend.
  • Ob der Präsenzunterricht wegen der ansteigenden Inzidenzzahlen zurückgenommen wird, zeigen die Zeit und der Verlauf.
  • Das gute Ankommen der Schüler*innen der 7.-9. Klassen ab dem 19.04.2021 soll gewährleistet werden. In dieser Zeit kann eine Inaugenscheinnahme des Wissenstands der Schüler*innen durch die Lehrer erfolgen. Von Tests, Klassenarbeiten und Klausuren, also allen schriftlichen Leistungsüberprüfungen mit Noten, soll abgesehen werden.
  • Für Kinder die nicht am Präsenzunterricht teilnehmen, wird weiterhin Material für das Arbeiten zu Hause zur Verfügung gestellt.
  • Im regen Austausch mit Frau Braun schritt die Zeit so weit voran, dass die Berichte aus den Gremien auf die nächste Sitzung verschoben werden mussten.

Die nächste BEA-Sitzung ist für den 10.05.2021 angesetzt. Wir freuen uns auf Sie.